Tipptopp on the Top – Sommersonnenwende!

Die Sonne hat ihren höchsten Gipfel erreicht, die Aussicht dort oben muss überwältigend sein. Und das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung nach dem langen Aufstieg und der hektischen Betriebsamkeit im Frühling unter Umständen ebenfalls. Doch jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für Ruhe, denn morgen schon heißt es: Der längste Tag kam, schaute sich um und verging, die Sonne verharrt kurz und macht sich dann an den Abstieg. So ist der Lauf der Dinge. Auch wir können, wie die Sonne, nicht am Gipfel sitzen bleiben und länger verweilen. Es ist zu eng auf der Spitze und die Luft zu dünn. Außerdem würden wir uns an den Ausblick gewöhnen, und die Schönheit des Anblicks verlöre ihren Reiz. Gut also, dass auf jeden Höhepunkt ein Abstieg folgt. Und nach Erreichen der Talsohle – wo wir ebenfalls nicht verweilen können und sicher auch nicht wollen – geht es ab auf den nächsten Gipfel.

Nur, genau jetzt sind wir – zumindest jahreszeitlich – ganz oben. Es IST ein besonderer Moment, der gefeiert werden sollte, als gäbe es kein Morgen und keinen Abstieg. So markieren wir den Gipfel, nicht mit einer Fahne oder einem Kreuz, sondern mit einem unvergesslichen Augenblick, der die Zeit stillstehen lässt.



Die Mittsommernacht, ein Freudenfest

Die Sommersonnenwende wird gefeiert seit Menschengedenken. Man muss keine astronomischen Fähigkeiten und Hightechgeräte besitzen, Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen reichen aus, um besondere Momente wie diesen im Laufe eines Jahres wahrnehmen zu können. Wer mit der Natur lebt, reagiert aufs Licht, und das größte Himmelslicht ist unübersehbar. Es wurde deshalb von je her intensiv beobachtet, sein Einfluss registriert und bestaunt, das Verhalten daran angepasst. Natürlich sind die Dinge oft nicht, wie sie unserer Beobachtung erscheinen. Die Sonne scheint auch, wenn es regnet. Überhaupt handelt es sich um einen Fixstern, der geht nirgendwohin. Er kann nur brennen, leuchten, Gas flatulieren und verglühen. Doch um dieses Thema geht es hier nicht. Wichtiger ist jetzt, wie sich diese langen hellen Tage anfühlen. Wahrscheinlich etwas bitter-süß, denn ab jetzt krebst die Sonne gefühlt rückwärts, die Tage werden schon bald offensichtlich kürzer.

Umso mehr ein Grund, diesen besonderen Moment gebührend zu feiern. Das fällt uns dieses Jahr womöglich sogar leichter als sonst, denn der lange Transit von Mars im Widder wirkt antreibend und stimulierend. Er verweist Madame Routine und ihren tierischen Gefährten, den Schweinehund, vom Platz, mischt uns auf wie ein Tequila Sunrise im Schüttelbecher und ist für jede Party zu haben. Im Frühling feiern wir die Fruchtbarkeit, die sich einstellen soll, und packen tatkräftig an. Wir wissen aufgrund von Beobachtungen: Von nichts kommt nichts. Wer nicht sät, kann auch nicht ernten. Und so haben wir gesät, was der Saatbeutel hergab. Mutter Natur ließ es wachsen. Im Sommer ist alles voller Früchte und Gemüse, reif ist jetzt, was frisch konsumiert werden kann und soll. Was im Herbst reift, kann und soll eingelagert werden. Jetzt ist unser Körper voller Mineralstoffe und gut im Saft. Wir haben Energie zum Versauen und können ruhig etwas über die Stränge schlagen, ums Feuer tanzen die ganze Nacht, ja sogar übers Feuer springen. Auch der Feuerlauf über 700 Grad heiße Kohle danach hat einen überaus magischen Effekt. So manche Beziehung wurde schon im Feuer geschmiedet, inklusive meiner eigenen.

Wichtig dabei ist die Dankbarkeit im Herzen für diesen reich gedeckten Tisch. Diese wiederkehrenden Zyklen nehmen wir im Alltag allzu oft als selbstverständlich. Katastrophen zeigen uns dann, dass sie es nicht sind. Auch wenn der Alltag nach der Feier langsam einkehrt, klingt das Freudenfeuer nach und beschert uns über längere Zeit noch etwas Schwung. Natürlich nur, wenn wir auch mitgefeiert und die Gunst der hellen Stunde nicht ignoriert haben.


Und ewig grüßt das Murmeltier

Das Auf- und Absteigen von Gipfeln ist vorgegeben, daran führt kein Weg und keine Seilbahn vorbei. Dem ewigen Auf und Ab des Alltags entkommen wir nicht, so ist das Leben. Jedoch, im Gegensatz zur Sonne, deren scheinbarer Lauf über das Himmelszelt den immer gleichen Gesetzmäßigkeiten folgt und die immer gleichen Punkte markiert – Abweichungen sind so minimal, dass sie erst nach Äonen feststellbar sind, wie Ägyptens Pyramiden und der Wechsel des Frühlingspunktes (zurzeit im Wassermann) zeigen –, können wir die Gipfel wählen und jedes Mal einen neuen besteigen, falls wir lustig sind. Der Krebs ist ein kardinales Zeichen, er kann und soll sich ebenso hinwenden und hinkrabbeln, wo immer er will, wie der Widder. Selbstbestimmung ist ihnen wichtig. Und wer wählt schon jedes Jahr in den Sommerferien das immer gleiche Ausflugsziel … na ja, wohl einige, aber freiwillig. Sie könnten auch ein anderes wählen. Die Sonne kann das nicht. Wahlmöglichkeiten zu haben im Auf und Ab des Alltags, fühlt sich einfach besser an, auch wenn wir bei dem bleiben, was wir schon tun und haben.

Unterstützung bei der Wahl der Gipfel, die wir besteigen wollen, bietet in diesem Jahr Jupiter im Steinbock. Er ist dort überaus zielstrebig, sein Enthusiasmus mitreißend. Und auch, wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als wäre es problematisch, dass er den ganzen Sommer über rückläufig ist, stimmt das so nicht. Einerseits ist die Rückläufigkeit eines Planeten eine Beobachtung, von der Erde aus erscheint uns das so. Von der Sonne aus gesehen tun sie das nicht. Warum das so ist, erklärt die Astronomie. Andererseits ist es manchmal sogar gut, ja nötig, einen Weg, der sich als nicht stimmig entpuppt, zurückzugehen bis zur letzten Abzweigung und sich neu auszurichten.

Was wir jedenfalls gut tun können unter dieser Schwingung, ist, zu erforschen, ob die Route, auf der wir klettern, noch Sinn macht. Haben wir unser Ziel noch im Visier? Stimmt dieser Gipfel noch oder hat sich das Ziel erledigt? Vielleicht brauchen wir auch hier etwas Abwechslung, oder haben gar das Ziel erreicht und sind längst darüber hinausgeklettert. Madame Routine und ihr Begleiter lullen gern unsere Sinne ein, und wir merken es nicht.

Bevor wir uns womöglich versteigen, machen wir eine Pause. Auch die Sonne scheint einen Moment still zu stehen, bevor sie die Richtung wechselt. Da kommt eine Auszeit vom Alltag gerade recht und Abwechslung macht bekanntlich sowieso das Leben süß. Außerdem soll man Feste feiern, wenn sie fallen, und dieses Fest IST fällig. Da sollten wir uns nicht lange bitten lassen. Mars brüllt: „Partytime!“ und die Zeit steht still.
©tina peel 

Die aktuelle Schwingung auf den Punkt gebracht für Allgeiers Sternbild Magazin
 





























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