Was der Wille wirklich will ~ Was wir alle vom Widder lernen können

Wenn der Rasenmäher wieder röhrt, hat die Sonne offenhörlich in den Widder gewechselt und der Frühling entert die Natur. Unter der Widder-Sonne geben wir Gas, nicht nur beim Rasenmäher, angestachelt von den Hormonen, die uns überfluten, wenn die Sonne höher steigt. Auch in unserem Leben heißt es „Bleifuß, und ab auf die Überholspur, dalli dalli!“ Und alle stürzen los, als wäre der Weg ein Trainingsschwimmbecken, wo‘s eine Medaille zu holen gibt. Nach 25 Metern geht uns schon langsam die Puste aus, nach 50 Metern definitiv. Dabei vergessen wir auch gern, dass auf der Überholspur gedrängelt und gerangelt wird, wir sind ja bei weitem nicht die einzigen ungeduldigen Raser. Das sorgt nicht nur auf Autobahnen und Straßen für Staus und Behinderung.


Langsamer geht es schneller

Wer wirklich gut vorwärts und tatsächlich schneller ankommen will, das belegen auch Studien im Straßenverkehr, sollte es eher machen wie ein Bergsteiger. Man wähle ein gleichmäßiges, entspanntes, ja sein ureigenes Tempo, das gut durchzuhalten ist. Dann geht es Schritt für Schritt für Schritt stetig vorwärts. So kommt man an und hat immer noch genug Puste, sogar exklusive Wadenkrampf. Außerdem macht der Weg so mehr Vergnügen, und das wäre doch eigentlich das Ziel, nicht? Also immer schön langsam mit den wilden Pferden! Das gilt auch beim Thema Tatendrang. Kaum scheint die Sonne, drängt es den Widder in uns zu allerlei Aktivitäten, nicht nur zum Rasenmähen, aber auch. Er kann nicht anders, es tut ihm einfach, sozusagen. Überschäumend, wie er ist, nimmt er sich naturgemäß oft zu viel vor. Doch egal, wie groß sein Hut ist, er kriegt nie alles darunter. Das wirkt demotivierend und dämpft wiederum den Tatendrang. Während man alle Hände voll damit zu tun hat, es zu versuchen, flutscht einem zusammen mit der Zeit auch das Wesentliche durch die Finger. Da fragt es sich doch, ob es nicht besser wäre, einiges über Bord zu werfen, statt es unter den Hut zu wursteln. Diese Frage kann man nur mit einem klaren Ja beantworten. Was ist jetzt wirklich wesentlich und sinnvoll, was ist überflüssig und dient nur dazu, den Übermut auszutoben? Allerdings, die Frage, ob ein größerer Hut Abhilfe schafft, muss wiederum ganz klar mit einem Nein beantwortet werden. Größe ist nicht alles, der Hut würde einfach zu schwer. Und anstatt wieder mal Kopfschmerztabletten einzuwerfen – der Widder frequentiert sie oft, schon deshalb, weil er so gern mit dem Kopf durch die Wand geht – werfen wir doch einfach einiges über Bord. Da macht sich sofort Erleichterung breit, auch im Kopf, und wir singen fröhlich wie die Kinder: „Mein Hut, der hat drei Ecken, drei Ecken hat mein Hut. Und hätt‘ er nicht drei Ecken, so wär‘s auch nicht mein Hut.“. Das laute Singen hat den positiven Effekt, dass der Körper von Kopf bis Lunge, ja womöglich sogar bis in die Zehenspitzen hinein gut durchblutet wird, was wiederum den Tatendrang befeuert, mit allen Konsequenzen, die nicht selten so aussehen:


Mit dem Kopf durch die Wand?

Warum ums Himmels Willen will der Widder in uns eigentlich mit dem Kopf durch die Wand? Wozu gibt es denn Türen? Der Grund ist sicher nicht das, was im Nebenzimmer ist. Völlig schnuppe, interessiert nicht die Bohne. Es geht vielmehr um diesen Lebensimpuls, der gerade jetzt unter der Widder-Sonne draußen in der Natur anschaulich tobt. Wäre dieser Impuls nett, freundlich und rücksichtsvoll, könnte er niemals solche Blüten treiben, im eigentlichen wie im übertragenen Sinn. Und er darf sich auch nicht von Mauern aufhalten lassen. Er bittet also nicht höflich darum, dass sich die Mauer vom Acker macht und geht der Konfrontation nicht aus dem Weg. Das kann durchaus nötig und sinnvoll sein, beispielsweise, wenn wir nicht weiter wissen im Leben und es scheinbar keinen Ausweg gibt aus hoffnungslosen Situationen. Da hilft es sehr wohl, mal so richtig wütend zu werden, um eine Extraportion Impulskraft zu aktivieren und die Mauern zu durchbrechen. Mauern, hinter denen wir uns verschanzten, nicht selten aus Angst davor, als Egoisten zu gelten, wohlgemerkt. Oder aus Angst vor Aggression, aus Unsicherheit ... Die Impulskraft des Widders zu unterdrücken, warum auch immer, ist unmöglich. Er MUSS und wird sich manifestieren, er kann nicht anders, er ist der Impuls zum Leben. Unterdrücken wir den Lebensimpuls, ist es, als würden wir gar nicht existieren, die Welt nimmt uns nicht wahr, wir sind unsichtbar. Wir sind keine Egoisten, wenn wir unseren Willen zeigen. Ganz im Gegenteil, unterdrücken wir ihn und mauern ihn quasi ein, passiert genau das, was wir damit zu vermeiden suchten: Er drängt sich ständig in den Vordergrund, um Beachtung zu kriegen, explodiert völlig unkontrolliert und walzt alles und alle nieder. So geht das nicht.


Was will er denn, der Wille?

Er will wahrgenommen werden und sich zeigen. Zeigen wir, was wir wollen und nicht wollen, werden wir sozusagen sichtbar in der Welt, zeigen Präsenz, erhalten Kontur und Format. Wir werden griffig. Und wenn dann tatsächlich Willen auf Willen prallt, was natürlich vorkommen kann und auch soll, kracht es zwar manchmal wie bei den Widdern auf der Weide. Doch das Gerangel hilft bei der Selbstbestimmung. Wir merken, wo wir kräftemäßig stehen und lernen den Umgang damit. Früher haben wir uns mit anderen Kindern geprügelt oder zumindest gerangelt, um uns selbst als Person besser wahrnehmen zu können und die Welt uns. Und nicht selten errangen wir uns Achtung und Respekt beim Kräftemessen. Mittlerweile geht es hoffentlich auch ohne. Ob wir unseren Willen auch kriegen, ist jedoch sekundär. Es ist sogar gut, nicht immer zu kriegen, was man will, und wichtig, dass die Welt uns Paroli bietet. Eben wiederum, damit wir den Umgang mit unserer Widder-Energie lernen können. Hätte jeder noch so kleine Impuls Erfolg, wüssten wir nie, was wir tun, es würde uns weiterhin einfach tun. Da unser Enegiereservoir jedoch nicht endlos ist, würden wir so eine Menge Energie verschwenden und wir wären irgendwann erschöpft. Da wären wir auch wieder beim Hut angelangt, unter den wir nicht alles kriegen, egal wie groß er ist. Die Willenskraft ist also die Energie, die uns motiviert, aktiv zu werden, uns ins Leben zu stürzen und daran teilzunehmen. Sie ist die Mutter allen Tuns und Lassens. Und auch wenn wir etwas nicht wollen, ist das unser Wille. Wir sagen zwar nein zu etwas, jedoch ja zu den Konsequenzen daraus, auch wenn uns das nicht bewusst ist. Er manifestiert sich wie gesagt immer.

Es macht also Sinn, unseren Fokus immer auf das zu lenken, was wir wirklich wollen und nicht auf das, was wir nicht wollen. Denn so oder so geben wir unserer Energie die Richtung vor und dort ist dann der Weg, den wir gehen. Den Weg zu gehen, den wir nicht wollen, kann ja wohl nicht das sein, was wir wollen. Ob er uns passt oder nicht, zeigt sich unterwegs. Doch gehen müssen wir, der Widder in uns will in Bewegung bleiben, die Impulskraft drängt hervor. Bewegung ist Leben, Stillstand der Tod. Die Richtung ändern können wir unterwegs jederzeit. Wir wählen nicht einen Weg ein- für allemal. Natürlich machen wir Fehler, wählen falsch, verschwenden Energie, prallen auf Widerstände und kriegen Kopfweh, verletzen uns manchmal vor lauter Übermut. Doch so ist das Leben und so zähmen wir den ungestümen Widder in uns und lernen den richtigen Umgang mit Energie, die jeweils richtige Dosierung, Schritt für Schritt.

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