Abenteuer Beziehungsleben 3.0 - Darf das sein? Ein Beziehungsklassiker

Darf das sein? Ein Beziehungsklassiker ... 

Mir geht es prima, doch das geliebte Wesen an meiner Seite ist down. Mitfühlend wie wir sind, wollen wir es nicht vor den Kopf stoßen und schwingen uns lieber auf sein Unglücklichsein ein. Das gelingt denn auch relativ mühelos, der Floh springt. Wir sind versierte Mitleider. Und was passiert? Schon hat sich das Unglücklichsein verdoppelt.  

Fühlt sich mein Gegenüber dadurch besser? Wahrscheinlich nicht. Schließlich hat es jetzt zusätzlich eine Miesmuschel an seiner Seite, was, wie wir alle wissen, nicht aufbauend wirkt, im Gegenteil. Wenn man es so schwarz auf weiß sieht, leuchtet die Unsinnigkeit darin ein. So gesehen können wir die Antwort vorweg nehmen und sagen „Ja, das darf sein“! Nur ist es leichter gesagt als getan. 

Der Zustand unseres Gegenübers beeinflusst uns, wir können uns diesem Sog nur schwer entziehen. Möglicherweise miesmuscheln wir deshalb im Duett, weil wir insgeheim hoffen, das Gegenüber erbarmt sich und setzt alles daran, uns aufzubauen. Das findet nicht nur in Liebesbeziehungen statt, denn emotional sind wir nun einmal miteinander verbunden, nicht nur mit denen, die uns nahe sind. Die Opferrolle ist beliebt, sie soll den Helferinstinkt aktivieren, was ziemlich manipulativ ist, unbewusst, zugegeben. Trotzdem, das ist keine Lösung.

Geteiltes Leid, halbes Leid? 

Angesichts des zutiefst mitempfundenen Leids in der Welt, stellen sich viele die Gretchenfrage, ob es nicht überhaupt verwerflich sei, glücklich zu sein. Die Antwort kennen wir ja schon, ist es nicht. Auch die Frage, ob geteiltes Leid tatsächlich leichter zu ertragen ist, ist leicht zu beantworten. Wir gehen davon aus und wollen unbedingt helfen. Deshalb erzählen wir auf Knopfdruck von ähnlichen Erlebnissen. Die Absicht dahinter ist vordergründig edel, wir wollen andere trösten, ihnen zeigen, dass wir sie verstehen und mitfühlen … und finden uns mittendrin in Leidensgeschichten, die einander übertrumpfen. 

Aus diesem Gedanken heraus verbringen wir viel Lebenszeit damit, einander schmerzhafte Dinge unter die Nase zu reiben, in der Liebesbeziehung, mit Nachbarn, Freunden, das Leid vervielfältigt sich. Zur Vermeidung solcher zeitfressenden Gespräche sagen wir nur noch „Danke, es geht mir gut“ und meinen damit „Halt die Klappe, ich will dein MitLEID nicht!“ Denn das Letzte, was jemand hören will, dem es schlecht geht, sind noch mehr Katastrophengeschichten. 

Eben WEIL wir mitleiden. Es ist schwer, es nicht zu tun. Im Grunde wollen wir nicht nur helfen, damit es anderen besser geht, sondern vor allem auch, damit es uns selbst besser geht, denn geht es anderen gut, tut uns das ebenfalls gut. Deshalb wollen wir die ganze Welt retten. 

Das klingt ziemlich egoistisch, zugegeben, macht jedoch Sinn aufgrund dessen wie wir funktionieren. Deshalb sind wir auf der Häuserachse 6 und 12 (Jungfrau – Fische) so schwer beschäftigt, arbeiten fleißig und unermüdlich an der Auflösung von Problemen, Schmerz und Leid. Es ist einfach unerträglich, kaum auszuhalten. 

Doch da wir auf aufgrund dieser falschen Einstellung andauernd neues Leid produzieren, das wiederum beackert werden will, geht uns die Arbeit nie aus. Fazit: Dieser Instinkt lässt sich nicht abstellen, wir können ihn nur akzeptieren und lernen, damit richtig umzugehen. Also wagen wir doch mal einen Blick ins zwölfte Haus, um eine Ahnung davon zu erhalten, wie das zu bewerkstelligen ist. Retten wir unsere Welt. 

  

Was wirklich hilft

Mein miesmuscheliges Gegenüber braucht also keine Ratschläge, falls doch, wird es danach fragen. Falls es nicht danach fragt, ist sowieso jeder Ratschlag überflüssig. Es ist nicht auf Empfang, und er bleibt unerhört. Das finden wir dann wiederum unerhört, warum lassen die sich bloß nicht helfen?! Es macht uns hilflos, ja wütend. Der Unsinn, der uns in den Sinn kommt, warum das so ist, treibt einen Keil zwischen uns. Also nochmal: Wem wurde denn jetzt geholfen?  

Was Leidende wollen und brauchen ist, was wir doch alle wollen, Mitgefühl, ein offenes Ohr, eine liebevolle Umarmung. DAS halbiert das Leid! Das Gefühl, ich bin nicht allein, ich muss mich nicht zusammenreißen, ich kann einfach … looooslassen und werde aufgefangen. Da liegt die Kraft, die wir brauchen, um uns aus dem Loch zu hieven. Doch ich eile schon wieder voraus. 

Erstens hat jeder das Recht, down zu sein. Solche Phasen gehören dazu und sind, wie wir aus Erfahrung wissen, ziemlich fruchtbar. Das gilt es anzunehmen. Wir sollten es jedem gönnen, so schwer es uns auch fällt. Die richtige Einstellung ist also entscheidend. Zweitens, je weniger wir Finger und Nase in die Belange anderer stecken, umso leichter finden sie ihren Weg. 

Das braucht Mut, die Jungfrau in uns geht ja davon aus, dass etwas Schlimmes passiert, wenn wir nicht helfen. Das könnten wir uns nicht verzeihen.

Halten wir sie doch einfach für fähig, denn das sind sie, und begleiten sie liebevoll auf ihrem Weg. Wenn es brenzlig wird, halten wir Händchen, unterstützen sie, wenn danach gefragt wird und es überhaupt in unserer Macht liegt. Auf uns zu achten, ein liebevoller Umgang mit dem eigenen Körper und Leben, hilft anderen am meisten. Es entlastete den Helferinstinkt, wenn wir sehen, dass sich andere selbst helfen können. Und es inspiriert. 

So sind wir in unserer Kraft und haben viel zu geben, aus uns heraus, aus dieser unerschöpflichen Quelle, die das zwölfte Haus verkörpert. Die Energie fließt quasi durch uns hindurch. Es ist nicht unsere persönliche, sondern die, die immer verfügbar ist und nie versiegt.


Fazit

Sei du das offene Ohr, das du dir von anderen wünschst. Sei du der Lichtsame, der sich verbreitet in der Welt, denn das tut er. Wir befinden uns hier gleichzeitig im 7. Haus, es geht um Schwingungen, die wir aussenden und ihren Widerhall in anderen finden. 

Das Herz wird leicht wie eine Feder, das ist die Symbolik der Waage, die laut ägyptischer Mythologie dasselbige mit einer Feder wiegt. Das physische Herz ist ganz klar schwerer, doch das geistige Herz, das manchmal noch viel schwerer wiegt, kann und darf eben auch leicht werden. 

Jetzt wissen wir, warum die Antwort ganz klar heißen muss: Ja, es DARF nicht nur sein, dass es uns prima geht, es soll auch so sein. Und schwupp, schon springt der Floh. So ist allen geholfen. Welt gerettet, Beziehung auch.

©Tina Peel

Tina Peel -  Abenteuer Beziehungsleben 3.0 - Darf das sein? Ein Beziehungsklassiker

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