Abenteuer Beziehungsleben 3.0 - Lust(Frust)ort Esstisch

Lust(Frust)ort Esstisch ...



Ein Esstisch ist doch eine ziemlich runde Sache, auch ein eckiger. Hier trifft man sich zum Plaudern, Schlemmen, zum entspannten Zusammensein. Wer isst schon gern allein? So sieht jedenfalls unsere Wunschvorstellung aus. In der Realität ist es ein Ort, wo oft die härtesten Kämpfe entstehen, wo sich Frust entlädt und das Zusammensein wird zur Pein.

Das liegt einerseits schon an der Position, die wir bei Tisch einnehmen. Sich gegenüber zu sitzen reizt zur Konfrontation. Wir haben energetisch eine um 180° andere Sichtweise. Sitzen wir hingegen Seite an Seite, neigen wir dazu, uns auch mental zu verbrüdern und eher einer Meinung zu sein. Bis auf den steifen Hals, wenn wir uns beim Essen auch ansehen und austauschen wollen, ist das für die Verdauung sicher besser als die Opposition.

Artus ließ gemäß Sage einen großen runden Tisch anfertigen. So haben er und seine Ritter alle den gleichen Status, die gleiche Wichtigkeit. Aufs gemeinsame Schlemmen wirkt sich das energetisch positiv aus, doch wehe, es geht darum, zu einer Lösung zu kommen oder Entschlüsse zu fassen. Das kann nicht klappen. Wie auch? Die Energie rennt im Kreis.

Womöglich war das die Ursache, dass sich die Ritter der Tafelrunde in alle Winde zerstreut, in Luft aufgelöst und keinen Pokal ergattert haben. Der heilige Gral blieb ihnen verwehrt. Zugegeben, sie suchten auch am falschen Ort und die Reise dorthin ist eine andere als gedacht. Mehr dazu vielleicht ein andermal.

Wollen wir einen inspirierenden Austausch pflegen, auch während des Essens, ist die Sitzposition im 90°-Winkel die beste Wahl. Das funktioniert ja auch in der Astrologie. Wo Quadrate sind, 90°-Winkel zwischen Planeten, ist viel Dynamik enthalten. Wo solche Winkel fehlen, kann jemand noch so viel Talent besitzen, im Leben umsetzen wird diese Person kaum etwas davon.

Andererseits ist die Sitzposition nicht allein der Dreh- und Angelpunkt, da gibt es weitere Faktoren, warum der Tisch, und sei er noch so klein, zum Frustort werden kann. Es geht ums …

Essen an und für sich

Essen ist eine total banale Angelegenheit. Wir essen täglich und verschwenden keinen Gedanken daran. Wir zerbrechen uns den Kopf übers Was, je nach körperlicher Verfassung und Ideologie zusätzlich über Inhaltsstoffe. Die können uns schon recht auf Trab halten. Das Wie ist schon etwas abstrakter, spielt jedoch ebenfalls eine entscheidende Rolle. Hektisch und unaufmerksam ist unbekömmlich. Lecker sollte es jedenfalls sein und trotzdem leicht verdaulich, oder auch üppig, cremig und ergiebig, und damit hat es sich. Die Sache mit dem Essen ist gegessen … bis sie uns auf dem Magen liegt. Da haben wir oft schwer zu schlucken, womit wir nun beim eigentlichen Thema angelangt wären.
 
Wir öffnen nicht nur den Mund und schlucken, was wir stofflich zuführen, wir öffnen auch uns selbst, emotional, und machen uns verletzlich. Was beim Fisch also die versteckten Gräten sind, die zum Verhängnis werden können, sind beim Zwischenmenschlichen Gefühle und Emotionen. Stimmungen, Emotionen und Gefühle fließen hin und her, und durch die „erzwungene“ Nähe bei Tisch können wir nicht flüchten. „Man“ geht schließlich erst vom Tisch, wenn das Essen beendet ist und auch der Langsamste – das wäre dann ich – seinen Teller geleert hat. Es bleibt also nur noch Angriff und Verteidigung.
 
Und jetzt geht’s lohos. Alles, was sich angestaut hat, worüber im hektischen Alltag nicht gesprochen wird, taucht ungebeten auf. Kaum ein Ort ist geeigneter, um das, was uns auf dem Herzen liegt und auf den Magen drückt auf den Tisch zu bringen, wenn wir schon den Mund aufmachen. Und sind die buchstäblich unverdauten „Exkremente“ am Dampfen, ist es naheliegend, auch gleich noch damit zu werfen. Der Skorpion in uns ist virtuos im Umgang mit der (Ohn-)Macht des Wortes und nimmt oft weder Blatt noch Serviette vor den Mund. Das gemeinsame Essen am Tisch ist eindeutig ebenfalls ein Elchtest fürs Ego.


Tipp zur Verdauungsförderung

Seien wir ehrlich. Wir können stundenlang mit Geschirr, Worten und Blumenkohl werfen, was wir oft auch ausgiebig tun. Nur sagen wir trotzdem nicht, worum es wirklich geht, was uns quält, bedrückt und seelisch belastet. Warum? Weil wir uns selbst schwer tun, unsere tiefsten Gefühle, Ängste und Schmerzen auszudrücken. Sie sind so schwer zu fassen wie die Forelle im Bach. Dennoch, ja gerade deshalb gehören sie auf den Tisch, damit wir sie besser sehen, verstehen und verdauen können. Verdrängtes macht uns Magendrücken und Verdauungsprobleme. Doch der Esstisch ist zum Wiederkäuen von Unverdautem nicht der richtige Ort.

Mit gutem Grund empfehlen große Lehrer wie Zenmeister Tich Nhat Hanh „Wenn ich esse, esse ich, wenn ich putze, putze ich, wenn ich schlafe, schlafe ich …“. Also ist nebenbei bemerkt auch das Bett kein geeigneter Ort, um Dampf abzulassen.

Beim Abenteuer Beziehungsleben 3.0 kommt nun hinzu: „… und wenn ich mich auf dich einlasse, lasse ich mich auf dich ein.“ Das sollten wir nicht unterlassen, denn wo Zuwendung solcherart fehlt, weil es uns nicht wichtig ist oder uns nicht interessiert, wir keine Zeit haben (wollen), warum auch immer, ist die Beziehung früher oder später sowieso gegessen, wenn auch nicht verdaut. Daran kauen wir noch lange.

Wann und wo die tägliche Zuwendung stattfindet, bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig ist, dass sie stattfindet, ebenso regelmäßig und täglich wie wir essen. Es sollte ebenso selbstverständlich sein, ein Stück gemeinsame Zeit zu verbringen, nicht nur für den tief schürfenden Austausch, sondern vor allem auch, um miteinander zu spielen und zu lachen, zu weinen und zu plaudern – ja sogar miteinander zu schweigen und zu schwelgen. Das braucht nicht viel Zeit, denn die bleibt dann sowieso stehen und verdauungsfördernde Gefühle entstehen wie im Körper analog dazu die nötigen Enzyme.

Es ist die Ausschließlichkeit der Zuwendung, mit der wir uns einlassen, was die Qualität der Beziehung ausmacht. Damit zeigen wir dem anderen, dass er uns wichtig ist. Er öffnet sich ebenfalls, ganz ungeniert und ohne irgendetwas vor- oder nachzuwerfen. Vertrauen entsteht, und ...

so wird und bleibt der Esstisch ein Lustort, wo Bedürfnisse körperlicher wie auch seelischer Art gestillt werden. Wetten, es wird nicht der einzige bleiben?

©Tina Peel

 

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