Die kosmische Reise durchs Sonnensystem Teil 13: LILITH und die Verweigerung

Heiliger Bimbam, jetzt schlägt‘s dreizehn oder was? Lilith? Wie soll man etwas bereisen, das materiell gar nicht existiert? Diese Frage hätte uns wahrscheinlich zu Beginn unserer Planetenreise noch schwer zu denken gegeben, als wir ganz real von „Stern“ zu „Stern“ hüpfen konnten und reale Landungen hinlegten. Mittlerweile sind wir diesbezüglich schon etwas abgehärtet und haben einige gängige Vorstellungen losgelassen. Das ist die beste Voraussetzung, um uns einem besonderen Thema unvoreingenommen zu nähern, denn das Thema Lilith, der schwarze Mond, ist in vielerlei Hinsicht umstritten.

Es gibt zwei verschiedene, nicht greifbare Phänomene mit der gleichen Bezeichnung. Das eine scheint ein Planet zu sein, der nur als Schatten vor der Sonne sichtbar ist, doch um den geht es jetzt nicht. Das, worum es geht, ist das andere Phänomen, ein berechneter Punkt der Mondumlaufbahn. Vereinfacht ausgedrückt beschreibt der Mond auf seiner Bahn eine Ellipse, im einen Brennpunkt steht die Erde, der zweite Brennpunkt ist leer und wird als schwarzer Mond oder Lilith bezeichnet.

Diesen sensitiven Punkt, der schon geraume Weile in einigen Astroprogrammen Verwendung findet, betrachten wir hier näher. Es wird so viel Wirres in Lilith hinein interpretiert, eine klare und einfache Deutung aufgrund der Symbolik zu finden, die immer funktioniert, ist dringend nötig. Man kann sie natürlich auch einfach weglassen. Dem polaren Denken käme das sehr gelegen.


Lilith in der Mythologie

Wir tun uns schwer mit der Deutung Liliths, weil einerseits Symbole bildhaft sind und jeder Bilder aufgrund seines Denkens individuell interpretiert. Andererseits denken wir polar. Allein schon die Bezeichnung „schwarzer Mond“ lässt die Fantasie mit einem durchgehen. Da Lilith in der Mythologie jedoch VOR Eva kommt, mit der bekanntlich alles Leben seinen Anfang nahm und Leben immer polar ist, ist sie vor der Polarisierung zu suchen. Lilith wollte kein Gegenpol Adams sein, heißt es. Sie sagte, sie seien beide gleich, aus dem selben Stoff gemacht. Adam ist zu diesem Zeitpunkt noch kein Mensch, er hat noch keinen Gegenpol. Daher geht es sicher nicht um eine Gleichstellung von Mann und Frau. Lilith will sich ihre wahre, nicht materielle Natur erhalten. Sie will keinen Körper. Doch da Unfassbares uns eben unfassbar und unbegreiflich erscheint und befremdet, bezeichnen wir sie als dämonisch. Wir verteufeln eben gern, was wir nicht kennen und wundern uns dann, warum es uns erschreckt. Dabei haben wir im wahrsten Sinne des Wortes den Teufel, oder Dämon an die Wand gemalt. Oder sie wird zum besseren Verständnis vermenschlicht und zur Frau gemacht. Doch sie ist weder Dämon noch Frau.

Laut Mythologie wollte Lilith nicht unten liegen, nur bezeichnet „unten“ keine Stellung beim Beischlaf oder Unterwerfung in der Sexualität, sondern das Unterbewusstsein, „oben“ steht für das Bewusstsein. Am Anfang der Schöpfung war Adam und der freie Wille. Als nächstes taucht Lilith auf, die ebenfalls einen freien Willen hat und deshalb auch nein sagen kann, was sie ja auch tut. Eva taucht auf und sagt ja zu Adam, sie vermählen sich und die Bewusstseinsentwicklung in der Materie kann beginnen. Die Vertreibung aus dem Paradies, aus der Einheit beginnt, mit dem Apfel vom Baum der Erkenntnis. Hallo Leben.

Der freie Wille lässt uns die Wahl und Lilith traf ihre. Sie wollte nicht aus der Einheit fallen und verweigerte sich somit dem Leben. Auch die Mythologie spricht für das Prinzip der Verweigerung. Angeblich als Strafe für ihre Weigerung werden unzählige ihrer Kinder getötet, die sie einem Dämon gebärt. Doch wäre das tatsächlich wahr und man würde für eine Entscheidung bestraft, dann hätten wir doch keine Wahl. Wer würde freiwillig die Strafe wählen? Der Tod ist keine Strafe, wie wir denken, weil wir ihn fürchten. Dieser Teil der Geschichte ist ein Hinweis auf die Geburt. Der Eintritt ins Leben, wohlgemerkt in die Polarität und die Sterblichkeit, ist ein für Mutter und Kind nach wie vor kritischer Moment, wo ein Ja oder Nein über Leben und Tod entscheidet. Doch die Seele hat das Recht zu wählen und weigert sich manchmal wie Lilith, sterblich zu werden. Denn nichts anderes bedeutet eine Geburt, man wählt mit dem Leben die Sterblichkeit, was ebenfalls keine Strafe ist.


Lilith im Horoskop

Lilith markiert einen Teil von uns, der im Schatten des schwarzen Mondes liegt. Er ist wie ein blinder Fleck, ein ungeborenes Potential, auf das man keinen direkten Zugriff hat. Diesen Persönlichkeitsanteil können wir im Spiel des Lebens nicht erproben und im Alltag nicht leben, folglich auch keine Erfahrungen machen damit. Gleichzeitig ist das Thema mit Angst verbunden, eine Angst die daher kommt, dass wir uns irgendwelche negativen Gedanken gemacht hatten, die zur Verweigerung führten. Nein zum Thema sagten wir also aufgrund von polarem Denken. Das widerspricht jedoch unserem Drang zur Selbsterkenntnis. Und wollen wir irgendwann nach Hause zurückkehren, zurück zur Quelle, wonach wir uns ja immer sehnen, dann brauchen wir den Zugriff auf alle zwölf Anteile, auch auf den, der sozusagen aus dem Tierkreis ausschert.

Schließen wir zum Beispiel den Widder aus, fehlt es an körperlicher Energie, am Willen, an Durchsetzungskraft etc. Die Angst, ein Egoist zu sein, oder vor einem Zuviel an Energie und damit nicht richtig umgehen zu können, könnte die Motivation sein, die zur Verweigerung geführt hat. Ist es der Stier, will man sich aus irgendeinem Grund nicht um sich kümmern, hat Angst, seine Grenzen zu ziehen oder überhaupt vor dem Leben und seinen Anforderungen ...

Im Transit tun wir uns phasenweise schwer mit einem bestimmten Teil, wiederum aufgrund von polarem Denken. Im Wassermann verweigert man das Umdenken, wehrt sich gegen neues Gedankengut, weil es an Ideen mangelt, wie sich das auswirken könnte. Und weil es unbequem ist … und und und.

Je nach Stellung im Horoskop – beispielsweise im Krebs im 8. Haus – und Aspekten darauf, kann sie einen Hang zur Selbstbestrafung anzeigen, die ein Pluto-, Saturn-, ja auch Marstransit gottlob zu Bewusstsein bringt. Sich einer vermeintlichen Bestrafung zu verweigern, indem man sich selbst bestraft, ist eine ausgesprochen selbstzerstörerische Angelegenheit. Gut, wenn sie aufgedeckt wird.

Es geht also nach wie vor um die zwölf Anteile, aus denen wir bestehen, und die alle bewusst gemacht werden wollen. Und da wird nun eine weitere Funktion Liliths aktuell, nämlich der Teil der Verlockung. Sie lockt uns zu dem Zeichen, wo sie steht. Wir HABEN ja gesagt zum Leben, dieser von Lilith markierte Teil ist unser „Ja aber“. Auf die Dauer können wir es uns nicht leisten, einen Teil von uns auszuschließen, das geht auf Kosten der Entwicklung. Eine Verweigerung widerspricht wie gesagt unserem Ziel der vollkommenen Bewusstheit und Verschmelzung. Dazu sind alle Teile gleichermaßen und das Zusammenspiel der Energien notwendig.

Wo sie auch steht, wir sollten der Verlockung erliegen. Betrachten wir diesen Teil ohne polare Interpretation, haben wir plötzlich keinen Grund mehr, ihn auszuschließen. Das ist der erste Schritt in Richtung Beendigung der Verweigerung und Zugriff auf bisher unzugängliche Themen, die Themen des markierten Zeichens. Holen wir sie aus der Verbannung, mitten hinein ins Leben, wo zwar alles sterblich ist – um zu erfahren, was wir wirklich sind. Dann geht es ab nach Hause, alle Teile kehren heim.
©tina peel 


Kein Platz im Heft fand: Teil 13 der Planetenreihe im Sternbild Magazin
 







Teil 1: DIE SONNE Wesenskern und zentrales Thema
Teil 2: DER MOND und seine emotionalen Bedürfnisse
Teil 3: MERKUR, göttliches Bindeglied
Teil 4: VENUS, die Verführung
Teil 5: MARS MACHT MOBIL
Teil 6: JUPITER, der Entwicklungshelfer
Teil 7: SATURN, der Schwellenhüter
Teil 8: URANUS, Reformator und Defibrillator
Teil 9: CHIRON, der Schlüssel zur (Selbst)Heilung
Teil 10: NEPTUN, der Seismograph 
Teil 11: PLUTO, die unerschöpfliche Quelle der Erneuerung
Teil 12: ISIS, Ausgleich und Vereinigung

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